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Bewegungsartefakte - Verbreitung, Folgen und Vermeidungsstrategien

Posted by Angela Treis on 26.10.2017, 09:33:32

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Jeder, der in der Radiologie arbeitet oder mit radiologischen Abteilungen zu tun hat, weiss, dass Bewegungen der Patienten während der Untersuchungen grosse Herausforderungen darstellen. Es kommt zu sogenannten Bewegungsartefakten.

Besonders MRT-Bilder sind davon betroffen, da die einzelnen Untersuchungen zwischen 15 und 60 Minuten dauern. Das kann sehr lang sein, wenn man still liegen bleiben muss. Jeder von uns kennt das - genau in dem Moment fängt die Nase an zu jucken oder ein Haar fliegt ins Auge oder, oder, oder....

Aber schon die kleinsten Bewegungen im MRT können weitreichende Folgen haben.

Hier ein paar kurze Fakten dazu:

  1. Fast 60% aller MRT Sequenzen weisen Bewegungsartefakte auf.
  2. Bewegungsartefakte sind der Hauptgrund für Verzögerungen im Arbeitsablauf und haben einen direkten Einfluss auf die Zufriedenheit der Patienten und Mitarbeiter.
  3. Bewegungsartefakte können die Interpretation der Ergebnisse verfälschen, wie an funktionellen Hirnuntersuchungen gezeigt werden konnte.
  4. Bewegungsartefakte führen dazu, dass sehr viele Sequenzen abgebrochen oder wiederholt werden müssen. Dies führt zu jährlichen finanziellen Einbussen im sechsstelligen Bereich.

Was kann man machen?

Betrachtet man den grossen Einfluss, den Bewegungsartefakte auf den Klinikalltag haben können, gibt es verschiedene Methoden um diesen Herausforderungen entgegen zu treten. Jede dieser Methoden dient einem spezifischen Zweck und führt so zu einem verbesserten Gesamtergebnis.

So entwickeln z.B. Firmen immer mehr Softwareprogramme, welche während der Datenverarbeitung gewisse Unstimmigkeiten erkennen und durch bestimmte Algorithmen überbrücken können. Vielseitige Patientenkomfortsysteme dienen ebenfalls dazu Bewegungsartefakte zu reduzieren. Die Untersuchungsumgebung wird z.B. durch angenehme Beleuchtung im Raum oder die Möglichkeit während der Untersuchung Musik zu hören, so angenehm wie möglich gestaltet. Dadurch steigt das generelle Befinden und die Toleranz für die Untersuchung bei den Patienten und es fällt ihnen leichter sich nicht zu bewegen.

Eine adäquate, bequeme und stabile Lagerung der Patienten ist ein weiterer essentieller Bestandteil zur Reduktion von Bewegungsartefakten. Die Patienten sollten bequem und stabil ausserhalb der Spule gelagert werden. Dafür eignen sich besonders gut Schaumstoffe, Sandsäcke und Vakuumkissen. In der Spule dagegen sollte eine möglichst gute Fixierung gewährleistet sein, um Bewegungen soweit wie möglich zu vermeiden. Hierfür werden heute häufig kleine weiche Schaumstoffe oder die Produkte der MULTIPAD Familie der Pearl Technology AG verwendet. Diese passen sich der individuellen Anatomie des Patienten an und können unterschiedlich grosse Hohlräume zwischen Patient und Spule überbrücken.

Fallstudie zur Evaluation zweier Lagerungshilfen

Prof. Peter zu Eulenberg am deutschen Schwindel- und Gleichgewichtszentrum der LMU München betreibt Forschungen im Bereich des funktionellen Neuroimaging. Für ihn ist es extrem wichtig, dass Kopfbewegungen möglichst vollständig unterdrückt werden können, da er u.a. fMRT Untersuchungen mit galvanisch vestibulären Stimulationen durchführt.

Bei dieser Art von Stimulation wird das Gleichgewichtsorgan der Probanden mit Strom so stimuliert, dass die Empfindung eines seitlichen Kopfschaukelns entsteht. Sie versuchen dann durch schnelle, reflexartige Kopfbewegungen in der Spule diesem Empfinden entgegenzusteuern. Dabei entstehen unerwünschte künstliche bewegungsinduzierte Artefakte, die möglichst vollständig unterdrückt werden sollten, um eine bessere Auflösung der Hirnaktivitäten zu erreichen.

Auf der Suche nach einer geeigneten Lösung, untersuchte er den Einfluss von herkömmlichen Schaumstoffen und den Lagerungshilfen der Pearl Technology AG auf ihr Potential hin Kopfbewegungen zu minimieren. Bei 10 Probanden wurde ein fMRT unter galvanisch-vestibulärer Stimulation durchgeführt und die Ergebnisse wurden im Hinblick auf das Ausmass der kumulativen Lageänderung innerhalb der Sequenzen verglichen.

Es stellte sich heraus, dass es mit den Lagerungshilfen der Pearl Technology AG möglich war Kopfbewegungen fast vollständig zu unterdrücken, wohingegen herkömmliche Schaumstoffe nicht dazu in der Lage waren.

Mehr Informationen zu dieser Studie finden sie unter folgendem Link.

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Topics: Radiologie, Lagerung, MRT, Effektivität, Bewegungsartefakte